NarrDerNacht

Klabund: Du

Der Dichter an die Geliebte:

Heute nacht, als ich erwachte, lag ich nackt, und mein Herz war aufgebrochen wie eine Blüte.
Es blühte auf meiner Brust wie eine Mohnblume, ein Schwarm Hummeln umschwebte es.
Sie sangen, sie sangen.
Mein Leib aber war ein Ährenfeld.
Ich wogte, ich wogte.
Und Winde fuhren über mich hin wie warme Hände.
Und eine heiße Hand war unter den Winden, die tastete nach meinem Herzen.
Auf schlankem Stängel schwankte mein Herz.
Sie nahm es, sie brach es.
Roter Tau lag morgens auf den Wiesen.

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